Zeltlager-Adlerhorst
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Chronik


Zeltlager 1950
Zeltlager 1950

Das Zeltlager ist ein Meilenstein in der Geschichte der FT Adler.

 

Vor nunmehr 75 Jahren haben Frauen und Männer nach den Wirren des 2. Weltkrieges den Mut und die Entschlossenheit aufgebracht, ihren Kindern das zu geben, was sie in der Arbeitersportbewegung schon kennengelernt hatten, die Freude an der Natur und das Leben in einer fröhlichen Gemeinschaft. So reifte nach einem Ferienaufenthalt bei der FT Vorwärts im Selker Noor der Wunsch, selbst ein Zeltlager zu schaffen. Es fanden sich Frauen, Männer und Jugendliche aus allen Sparten des Vereins, die beim Aufbau und der Durchführung des Lagers mitwirken wollten. Zur Koordinierung aller Arbeiten wurde ein Zeltlagerausschuss gewählt. Eine Fülle von Aufgaben lag vor uns. So musste ein geeigneter Lagerplatz gefunden und das Geld für den ersten Aufbau beschafft werden. Mit Hilfe von Freunden in der Plöner Stadtverwaltung fand sich die Halbinsel zwischen Behler- und Langsee in der Schleswig-Holsteinischen Seenplatte. Die Stadt Kiel gab als Starthilfe 5.000,- DM, und so konnten aus amerikanischen Heeresbeständen 16 Wohnzelte und 2 Großraumzelte erworben werden. Außerdem reichte es noch für ein Boot, eine Gulaschkanone und viel Holz.

 

So zogen im Frühjahr 1950 Helferinnen und Helfer mit den nötigsten Dingen versorgt jedes Wochenende per Bahn, Bus oder Fahrrad – denn ein Auto besaß damals noch keiner – zu dem neuen Zeltlagerplatz am See, um den „Adlerhorst“ aufzubauen.

Am 7. Juli 1950 wurde das erste Lager eröffnet. 61 Kieler Schulkinder waren die ersten Gäste. Ihnen folgten 180 Kinder und Jugendliche aus dem Verein. Betreut von der Zeltlagergemeinschaft verbrachten sie 3 Wochen im Zeltlager. Sie schliefen auf Strohschütten und nahmen ihre Mahlzeiten unter freiem Himmel ein. Das Essen wurde in der Gulaschkanone gekocht.

 

Der damalige Zeltlagerausschuss war sich darüber im Klaren, dass dieses Unternehmen für ein Vereinszeltlager zu aufwendig war. Und so zählten schon im ersten Jahr nicht nur Kinder und Jugendliche aus Kiel und Schleswig-Holstein, sondern auch Auszubildende von Industriegesellschaften sowie Gruppen von Verbänden, Gewerkschaften, Jugendaufbauwerken und Schulen aus der ganzen Bundesrepublik und aus dem Ausland zu den Gästen.

Der „Adlerhorst“ wurde zu einer staatlich geförderten Jugenderholungsmaßnahme, die hauptsächlich von ehrenamtlicher Arbeit der Zeltlagerhelfergemeinschaft getragen wurde und wird.

 

Das Jahr 1957 wurde zu einem Jahr der Entscheidungen. Das Lager sollte im nächsten Jahr nicht wieder aufgebaut werden, da die Bundeswehr das Gelände benötigte. Vereinsvorstand und Zeltlagerausschuss kämpften für die Jugend um den Erhalt des „Adlerhorstes“ an diesem Ort, obwohl die Stadt Kiel und Jugendbehörde ihre Unterstützung bei der Suche nach einem anderen Standort versprochen hatten. So rückte der „Adlerhorst“ 1958 ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, und am 31. Juli 1958 verkündete der Präsident der Wehrbereichsverwaltung I. Herr Wichmann, dass der „Adlerhorst für die Jugend erhalten bleibt“. Diese Entscheidung gab der Helfergemeinschaft neue Impulse für den Ausbau des Lagers. War man dem technischen Fortschritt auch nicht verschlossen, so war man doch auch immer darauf bedacht, die Romantik eines Zeltlagers zu erhalten. In den folgenden Jahren wurde vieles neu erstellt, und mit Hilfe und Unterstützung der Jugendverbände und Behörden aus Land, Stadt und Kreis entwickelte sich der „Adlerhorst“ zu einem der schönsten Zeltlager der Bundesrepublik. Eine moderne Küche, neue Wasch- und Toilettenanlagen mit vollbiologischer Klärung wurden erstellt, sowie Sportanlagen verbessert und ausgebaut und neue Aufenthaltsgebäude errichtet. Dies geschah zwar mit finanzieller Unterstützung der Jugendbehörden, die den „Adlerhorst“ als mustergültig anerkannten aber hauptsächlich durch die ehrenamtliche Hilfe der Zeltlagergemeinschaft. Mehrere Generationen haben so den „Adlerhorst“ gestaltet und geformt.

 

Mitte der achtziger Jahre, als die 3. Generation bereits die Führung des Lagers übernommen hatte, traf uns ein Bescheid der Behörden schwer. Die neue Campingverordnung war auch für uns bindend. Darin wurde ein Abstand von 3m zwischen den Zelten bzw. Helferunterkünften gefordert. Gleichzeitig forderte die Landschaftspflegebehörde die Entfernung aller Zeltsockel aus Beton und den Abriss aller Gebäude im 50m Uferstreifen. Wieder begann ein zähes Ringen mit den Behörden. Aber es gelang, fast alle Gebäude zu erhalten. Durch die Entfernung der Betonsockel und die Beschaffung neuer teurer Holzböden geriet der Verein jedoch in arge finanzielle Schwierigkeiten. Außerdem werden für Auf- und Abbau des Lagers jetzt Wochen benötigt, während es vorher nur Tage dauerte. Dadurch entmutigt, gaben mittlerweile viele ältere Helferinnen und Helfer auf, und die Lücken in der Gemeinschaft sind nur schwer zu schließen. Aber die jüngere Generation – teilweise die Enkel der ersten „Adlerhorstler“ - packten doppelt an, und so wurde auch diese Krise gemeistert.

Der Supersommer 1992 brachte uns viele Gäste, und wir erreichten 16.000 Verpflegungstage. Auch für das Jubiläumsjahr 1993 erwarteten wir ein volles Haus, obwohl uns auch wieder ein schwerer Brocken bevorstand. Der „Adlerhorst“ sollte an das Abwassernetz der Stadt Plön angeschlossen werden. Der Kreis Plön hatte sich wieder einmal mit Zuschüssen beteiligt, aber dennoch mussten Renovierungen der Anlagen wieder einmal hinausgeschoben werden.

Als die Bundeswehr Ende der 90er Jahre den Standort der Fünf Seen Kaserne aufgab, hatten wir die Möglichkeit das Grundstück, auf dem der „Adlerhorst“ seit nunmehr fünf Jahrzehnten besteht, zu erwerben. Diese Gelegenheit haben wir beim Schopfe gepackt und sind nun Besitzer des Grundstückes. Dies spornte die Helfergemeinschaft an und so wurde Ende 1999 der „Mulpeschuppen“ von innen und von außen komplett überarbeitet. Die Außenverkleidung sowie das Dach wurde von einer Firma ausgeführt, der Innenausbau wurde über die Winterzeit von der Helfergemeinschaft durchgeführt.

 

In diesem Zusammenhang möchten wir uns für die Spenden (Sparkasse Kiel und Casino Kiel) sowie für Zuschüsse (Kreis Plön, Stiftung Jugend Kiel und Jugendministerium Schleswig-Holstein) bedanken.

Da wir im Jahre 2000 unser 50. Bestehen feiern wollten, haben alle über die Winterzeit in die Hände gespuckt und viele Renovierungsarbeiten ausgeführt.

 

Im Juli 2000 feierten wir dann unsere 50. Saison mit einem großen Festakt im „Adlerhorst“. Es waren viele ehemalige Helferinnen und Helfer, Freunde, Bekannte und Vertreter aus Verbänden, Vereinen und Politik zu uns ins Zeltlager gekommen, um dieses Ereignis mit uns zu feiern.

 

Nach der Saison 2001 mussten wir uns leider von unserem Steg verabschieden, da dieser baufällig geworden war. Für Ersatz sorgte dann im Sommer 2002 die aufblasbare Baderutsche, die von den Kindern und Jugendlichen sehr gut angenommen wurde. Anfang des Jahres 2002 wurde das Waschhaus neu verkleidet und das alte Dach durch ein neues mit großen Dachfenstern ersetzt.

Durch Zuschüsse war es uns möglich neue Spiel- und Sportgeräte anzuschaffen, deshalb gilt unser Dank dem Sportverband Kiel, der Stiftung Jugendarbeit in Schleswig-Holstein und der Stiftung Sparkasse Plön.

In der Zwischenzeit wurden Stromanschlüsse für die Helferrinnen- und Helferunterkünfte gelegt, die Küche modernisiert und Räume mit Heizungen ausgestattet.

 

Im Jahr 2005 ergab sich für uns die Möglichkeit, von der LEG das alte Wachhaus an der Fünf-Seen-Allee mitsamt Grundstück zu erwerben. Mit diesem Schritt konnten wir die Zufahrt zum Zeltlager langfristig sichern. Gleichzeitig entstand auf dem Vorplatz zusätzlicher Raum, der seitdem von den anreisenden Gruppen als Stellfläche für Busse und PKW genutzt werden kann.

 

Ebenfalls seit 2005 besteht wieder ein sogenannter „Zwergenstaat“, in dem unser Nachwuchs ab etwa 15 Jahren erste Schritte in die Selbstständigkeit unternimmt. Zwei Jahre später, im Sommer 2007, erweiterten wir unser Angebot um eine einwöchige Kinderfreizeit. In diesem Zusammenhang bildete sich ein engagiertes Team aus Nachwuchsbetreuerinnen und -betreuern, das seitdem mit großem Einsatz in der Betreuung der jüngeren Teilnehmer tätig ist.

 

Im Winterhalbjahr 2007/2008 begannen wir mit der Renovierung der Toilettenanlagen, die im Frühjahr 2008 erfolgreich abgeschlossen werden konnte, sodass diese pünktlich zur Sommersaison wieder in Betrieb genommen wurden. Im gleichen Jahr mussten aufgrund eines Imprägnierungsfehlers des Herstellers insgesamt elf Zelte ausgetauscht werden, was im Rahmen der Garantieabwicklung erfolgte. In diesem Zusammenhang möchten wir der Firma Zelt-Haase für ihre Unterstützung danken. Parallel dazu entwickelten wir Vordächer, die mittels Schnellverschlüssen mit den neuen Zelten verbunden werden konnten. Drei dieser Vordächer wurden zunächst für die Gruppenzelte angeschafft und erfreuten sich sowohl bei schlechtem Wetter als auch als Schattenspender großer Beliebtheit.

 

Zur weiteren Verbesserung der Infrastruktur wurden zudem zwei neue Zelte für Gäste und Helfer angeschafft, die jeweils über getrennte Schlaf- und Aufenthaltsbereiche verfügen. Auch in der Küche hielten mit der Anschaffung energiesparender Gefrierschränke moderne Standards Einzug.

 

Im darauffolgenden Winterhalbjahr 2008/2009 standen die Duschanlagen im Mittelpunkt der Arbeiten. Diese konnten rechtzeitig zur Saison 2009 fertiggestellt werden, sodass unseren Gästen ein neuer, zeitgemäßer Duschbereich zur Verfügung stand. Parallel dazu wurden eine Wasser- sowie eine Gasleitung zum Zeltlager verlegt. Während der Saison begannen wir außerdem mit der schrittweisen Erneuerung und Aufarbeitung der Zeltfußböden, eine Aufgabe, die uns auch im folgenden Winter intensiv beschäftigte. Der ungewöhnlich strenge Winter stellte uns dabei vor besondere Herausforderungen, da selbst die Anfahrt zum Lagerplatz zeitweise nur unter erschwerten Bedingungen möglich war. Dennoch gelang es uns mit vereinten Kräften und der Unterstützung zahlreicher Helferinnen und Helfer sowie der Rugby-Abteilung, die wichtigsten Arbeiten rechtzeitig zum „Tag der offenen Tür“ anlässlich unserer 60. Saison abzuschließen.

 

Am 15. Mai 2010 konnten wir schließlich zahlreiche Ehemalige, Freunde, Unterstützer und Interessierte im Zeltlager begrüßen. Die große Tombola erwies sich als voller Erfolg und ermöglichte es uns, den lang gehegten Wunsch nach einem neuen Schwimmsteg umzusetzen. Nachdem zunächst die ersten fünf Meter fertiggestellt waren, wurde dieser von unseren Gästen mit großer Begeisterung angenommen.

 

Im März 2011 wurden nach längerer Planung die Helferduschen samt zugehörigem Technikraum durch die Firma Blunck erneuert. Durch umfangreiche Eigenleistungen konnten die Kosten dabei in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden. Im gleichen Jahr nutzten wir die Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, um das Zeltlager einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und zahlreiche wertvolle Kontakte zu knüpfen.

 

Kurz vor Beginn der Hauptsaison wurde zudem mit Unterstützung der Firma Schenk der Volleyballplatz grundlegend überarbeitet. Rund 50 Tonnen Strandsand wurden eingebracht, sodass das Spielfeld zu Saisonbeginn in neuem Zustand zur Verfügung stand und von den Gruppen intensiv genutzt wurde.

 

Um den steigenden Bedarf im Küchenbereich zu decken, führten wir zur Saison 2011 erstmals Ferienarbeitsplätze ein. Nach anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich dieses Angebot schnell zu einem Erfolg, sodass wir zahlreiche engagierte Ferienjobber begrüßen konnten, die uns tatkräftig unterstützten.

 

Im Winterhalbjahr 2011/2012 setzten wir die Renovierungsarbeiten im Sanitärgebäude fort. Neben weiteren Instandsetzungen wurde der Erste-Hilfe-Raum modernisiert und mit einer neuen Behandlungsliege ausgestattet. Parallel dazu wurden weiterhin Zeltfußböden aufgearbeitet. In der darauffolgenden Saison entstand zudem ein Seilsteg an der Uferkante, der von zahlreichen Gruppen genutzt wurde und sich schnell als feste Attraktion etablierte. Ergänzt wurde das Angebot durch ein neues Bodentrampolin sowie eine Erweiterung des Badestegs.

 

Auch im Winter 2012/2013 wurden die Arbeiten konsequent fortgeführt, insbesondere durch weitere Verbesserungen im Sanitärbereich und an den Helferduschen. In diese Zeit fiel jedoch auch der Verlust unseres langjährigen VW-Busses, der durch einen Kabelbrand irreparabel beschädigt wurde. Dank schneller Unterstützung konnte der Schaden begrenzt werden, und mit Hilfe des Ellerbeker Turnvereins wurde kurzfristig Ersatz für anstehende Termine bereitgestellt. Als dauerhafte Lösung beschafften wir später einen Opel Vivaro, der seitdem als neues Transportfahrzeug dient.

 

Im Rahmen des 5. Jugendtourismustages in Scharbeutz konnten wir erneut unser Konzept präsentieren und wurden nach eingehender Prüfung abermals mit dem Prädikat „empfohlen vom Landesjugendring“ ausgezeichnet.

 

Ein besonderes Projekt wurde im Jahr 2015 mit dem Bau eines Lehmbackofens umgesetzt. Mit großem handwerklichem Einsatz entstand Schritt für Schritt eine funktionsfähige Anlage, die inzwischen von Helfern und Gastgruppen gleichermaßen genutzt wird und das Lagerleben um eine weitere Facette bereichert. Ergänzend wurde das bestehende Klettergerüst um eine Kletterwand erweitert, die insbesondere bei den jüngeren Teilnehmern großen Anklang fand.

 

Im Jahr 2016 standen vor allem Instandhaltungs- und Ersatzmaßnahmen im Vordergrund. So wurden zahlreiche Bettgestelle erneuert sowie ein neues Ruderboot beschafft, nachdem das bisherige Boot nicht mehr wirtschaftlich zu reparieren war. Darüber hinaus konnten wir aus Beständen der ehemaligen Flechsig-Klinik mehrere Edelstahlschränke übernehmen, die fortan in Küche und Außendienst Verwendung fanden und zu einer deutlichen funktionalen und optischen Aufwertung beitrugen.

 

Rund um das Kantinengebäude wurden zudem feste Vordächer installiert, wodurch der bisher notwendige Aufbau eines großen Zeltes entfiel. Im Mai desselben Jahres fand der „Tag der offenen Tür“ zur 66. Saison statt, bei dem zahlreiche Besucher das Zeltlager kennenlernen konnten.

 

Im Jahr 2017 begannen umfangreiche Arbeiten an der Infrastruktur. Im Zuge der geplanten Erneuerung der Flüssiggasanlage wurden neue Gasleitungen verlegt. Diese Arbeiten wurden genutzt, um gleichzeitig Strom- und Wasserleitungen zu erneuern und so die Versorgung des Lagers nachhaltig zu verbessern.

 

Ein weiteres zentrales Projekt stellte der Bau einer neuen Freilichtbühne dar. Nach intensiver Planung und Vorbereitung konnte mit vereinten Kräften eine moderne Anlage geschaffen werden, die seither als zentraler Treffpunkt und Veranstaltungsort dient.

 

Nachdem das alte „Zirkuszelt“ altersbedingt nicht mehr genutzt werden konnte, wurde zudem kurzfristig eine neue Überdachung errichtet. Diese fügt sich optisch in die bestehenden Strukturen ein und verbessert zugleich die Abläufe im Bereich des Abwasches erheblich.

Die "jüngere" Entwicklung im Zeltlager ab 2017 kann in unserem Blog nachgelesen werden.

Zeltrund  2010
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